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	<title>ujora &#187; The Voices</title>
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		<title>The Voices – Marjane Satrapi schlägt neue (A-) Töne an</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2015 17:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Melanie Lachner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<description><![CDATA[Marjane Satrapi: Was bisher geschah Berühmt geworden durch dem autobiografischen Animationsfilms Persepolis (2007), gilt Satrapi als feinfühlige (Kunst-) Filmemacherin, die vor allem politisch brisante Themen im Repertoire führt, dabei immer einen sehr persönlichen Zugang&#46;&#46;&#46;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Marjane Satrapi: Was bisher geschah</h2>
<p>Berühmt geworden durch dem autobiografischen Animationsfilms <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0808417/?ref_=nv_sr_1" title="Persepolis auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Persepolis</a></span> (2007), gilt Satrapi als feinfühlige (Kunst-) Filmemacherin, die vor allem politisch brisante Themen im Repertoire führt, dabei immer einen sehr persönlichen Zugang wählend. Das auf Satrapis gleichnamigen Graphic Novel entstandene Filmdebüt schmückt sich mit dem Großen Preis der Jury in Cannes sowie mit zwei Oscarnominierungen. Mit solch weltweiter Anerkennung für <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0808417/?ref_=nv_sr_1" title="Persepolis auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Persepolis</a></span> kam wohl auch die künstlerische Freiheit für die Regisseurin und Zeichnerin, die in ihrem zweiten Langfilm <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1663321/?ref_=fn_al_tt_1" title="Huhn mit Pflaumen auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Huhn mit Pflaumen</a></span> (2011) vom Biografischen abrückt und sich ins Fabelhafte wagt. Ihr neuster Kinofilm schlägt wiederum etwas andere Töne an als zuvor, das gewohnt poetische Terrain ein stückweit verlassend.</p>
<div id="attachment_502" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/the-voices-ryan-reynolds-02-800x450.jpg" alt="Hat Probleme, und zwar keine kleinen: Jerry " width="870" class="size-large wp-image-502" /><p class="wp-caption-text">Hat Probleme, und zwar keine kleinen: Jerry (Copyright: Lions Gate Entertainment)</p></div>
<h2>The Voices: Was die Stimmen erzählen</h2>
<p><span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1567437/" title="The Voices auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Voices</a></span> erzählt die Geschichte des sympathisch verschrobenen Fabrikarbeiters Jerry (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0005351/?ref_=tt_cl_t1" title="Ryan Reynolds auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Ryan Reynolds</a>), der sich in seine heiße Arbeitskollegin verliebt, sich jedoch leider durch den Mord an dieser selbst die Chance auf eine glückliche Zukunft in Zweisamkeit mit ihr verbaut. Um diesen Moment der geistigen Abwesenheit, diesen Fauxpas, zu verarbeiten und weiteres Vorgehen zu planen, berät sich Jerry mit seinen beiden Haustieren Mr. Whiskers und Bosco, als Externalisierungen der sozial nicht ganz so kompetenten Stimmen in seinem Kopf.</p>
<div class="responsive-video">
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</div>
<p><span style="clear:both"></span></p>
<h2>Genrekonventionen als Experimentierfeld</h2>
<p>Satrapi erkundet mit ihrem aktuellen Kinofilm <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1567437/" title="The Voices auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Voices</a></span> vermeintlich diametral entgegengesetzte Gefilde. Während <span class="movie-title">Persepolis</span> als coming-of-age Biopic noch eindeutigere Identifikationsangebote lieferte, grenzt sich die absurd anmutende Handlung des Realfilms <span class="movie-title">The Voices</span> vermutlich deutlich vom Alltag der Zuschauerschaft ab. Verstand sich <span class="movie-title">Persepolis</span> als politisch engagiertes Arthouse Kino, zielt <span class="movie-title">The Voices</span> zunächst einmal auf (mainstream) Entertainment. Beide Filme mögen eine andere Filmsprache sprechen, den Zuschauer auf andere Weise tangieren, sich als verschiedene Genre präsentieren und ihre Schwerpunkte dementsprechend anders setzen, sie teilen dennoch eine Grundstimmung, einen gewissen Akzent. So lassen sich durchaus Parallelen erkennen, die Satrapis Handschrift führen und ihr neustes Werk in die Tradition seiner Vorgänger einreiht. </p>
<div id="attachment_503" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/the-voices-ryan-reynolds-03-800x450.jpg" alt="Wenn die Angebete im Kühlschrank statt im Bett landet, läuft etwas schief" width="870" class="size-large wp-image-503" /><p class="wp-caption-text">Wenn die Angebete im Kühlschrank statt im Bett landet, läuft etwas schief (Copyright: Lions Gate Entertainment)</p></div>
<p>Ebenso wie sich der fast infantil inszenierte und dennoch tiefsinnige <span class="movie-title">Persepolis</span> klassischer Genreeinteilungen entzieht, entpuppt sich auch <span class="movie-title">The Voices</span> als wahrer Genrehybrid zwischen selbstironischer Komödie und makabrem Thriller. Satrapi führt uns ein in den Mikrokosmos einer Badewannenfabrik mitten im Nichts der US-Amerikanischen Provinz. Das überzogene Setting, angefangen bei den knallpinken Arbeiteroveralls, deutet eine gewisse Verschobenheit zur Realität der tristen, ordinären Kleinstadt bereits voraus: normal ist hier wenig. Spätestens bei der skurrilen Firmenfeier, und allerspätestens mit Einsatz einer Polonäse durch das labyrinthische Filmengebäude, begleitet von Solotanzeinlagen unter Glitterregen in Slomotion, wird klar, Satrapi serviert uns eine ordentliche Portion Ironie. Welchen dramat(urg)ischen Plan die iranisch stämmige Filmemacherin hier verfolgt, verdeutlicht uns der radikale Bruch im Szenario: ein kaltblütiger Mord. Unvorbereitet kippt die Stimmung von harmonischem Klamauk zu dissonanter Ambivalenz, reißt uns mit und lässt uns irgendwo dazwischen stehen. Unsere Hauptidentifikationsfigur, der sympathische Trottel, wird zum wahnsinnigen Serienkiller. Bilder von oberflächlichen, wenn auch glücklichen Fabrikarbeitern weichen dem Porträt eines kranken Mannes, dessen Schicksal wir nun in aller Tragik verfolgen. </p>
<div id="attachment_505" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/the-voices-ryan-reynolds-05-800x450.jpg" alt="Ryan Reynolds in einer eher ungewöhnlichen Rolle" width="870" class="size-large wp-image-505" /><p class="wp-caption-text"><a href="http://www.imdb.com/name/nm0005351/?ref_=tt_cl_t1" title="Ryan Reynolds auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Ryan Reynolds</a> in einer eher ungewöhnlichen Rolle (Copyright: Lions Gate Entertainment)</p></div>
<p>Trotz dieser generischen 180° Wendung hält Satrapi an den zuvor etablierten Elementen überzogener Komik fest. Sicherlich eine Notwendigkeit, will man die Zuschauerschaft bei (guter) Laune halten. Dennoch: der Spagat zwischen diesen zwei Polen ist ein spürbar kniffliger und erfordert durchaus die wohlwollende Offenheit der KinobesucherInnen (den Film weiterhin ernst zu nehmen). Möglicherweise intendiert Satrapi mit ebendiesen Kontrasten die Intensität des Filmerlebnisses zu steigern und somit die Handlung des Films selbst belangreicher, bedeutungsschwangerer erscheinen zu lassen? Immerhin sorgt diese Strategie für manch gelungene Überraschung — eine „Grundsicherung“ an Spannung und Entertainment ist somit garantiert. Zwischenfazit: ein gründlich durchkomponierter Film, die Zuschauerreaktionen und –antizipationen mitdenkend. Doch während Satrapi genrekategorisch so aus dem Vollen schöpft und selbstbewusst den Killer im Pharmazeutika-Delirium bollywoodsche Musicaleinlagen mit Jesus tanzen lässt, scheint für das Grundgerüst des Films jeglicher kombinatorische Mut bereits verschossen. Die Basis allen Geschehens schimmert als tragische Backstory Wound des Helden, dessen Schandtaten auf traumatische Kindheitserlebnisse zurück zu führen sind, durch alle noch so innovatorischen Schichten des Films, welche dieses standardisierte Klischee des Drehbuchschreibens, diesen (etwas zu) einfachen Kniff, trotz ihrer gewagten Wendungen nicht zu kaschieren vermögen. </p>
<div id="attachment_504" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/the-voices-ryan-reynolds-04-800x450.jpg" alt="So war das mit dem Abschleppen vermutlich nicht gedacht (Copyright: Lions Gate Entertainment)" width="870" class="size-large wp-image-504" /><p class="wp-caption-text">So war das mit dem Abschleppen vermutlich nicht gedacht (Copyright: Lions Gate Entertainment)</p></div>
<h2>Spaß über Tiefgang</h2>
<p><span class="movie-title">The Voices</span> fordert das Einlassen auf Absurdität, auf Dissonanzen. Der Perspektive der Hauptfigur folgend, stürzt sich die Stimmung des Films von Euphorie zu Trübsal und zurück, konfrontiert uns bald mit der bitteren Realität eines einsamen Geisteskranken, bald mit seinen illusorischen Vorstellungen einer überspitzt harmonischen Welt. Satrapi spielt diese Gegensätze selbstironisch gegeneinander aus; eine durchaus spritzige, unterhaltsame Filmerfahrung, die, man sei gewarnt, dennoch einen Hang zum Charme des Verschrobenen (um nicht zu sagen schlicht und einfach zu Quatsch) voraussetzt. </p>
<div id="attachment_501" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/the-voices-ryan-reynolds-01-800x450.jpg" alt="The Voices oder: Die spannende Frage, ob man den Ratschlägen von Tieren folgen sollte (Copyright: Lions Gate Entertainment)" width="870" class="size-large wp-image-501" /><p class="wp-caption-text">The Voices oder: (Die spannende Frage, ob man den Ratschlägen von Tieren folgen sollte) (Copyright: Lions Gate Entertainment)</p></div>
<table class="rating">
<tbody>
<tr>
<td>
<h2>Was die Leute sagen</h2>
<p><strong>Melanie-Rating (zählt natürlich doppelt)</strong><br />
7,0 von 10 Punkten</p>
<p><strong>IMDB.com</strong><br />
6,5 von 10 Punkten</p>
<p><strong>Rotten Tomatoes</strong><br />
76% Tomatometer, 65% Audience</p>
<p><strong>Metacritic</strong><br />
Metascore: 94<br />
User Score: 6.9</td>
<td class="note">
<div id="result-medium">Gesamtnote<br />
<span style="font-size: 300%; line-height: .8;">7,14</span></div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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