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	<title>ujora &#187; Sci-Fi</title>
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		<title>Warum George Miller mit Mad Max: Fury Road zum legitimen Nachfolger von Peter Jackson wird</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2015 11:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jonas Rau]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr 2001 ist im kollektiven Gedächtnis mit dem Anschlag auf das World Trade Center verbunden. Ganz gleich, ob man der offiziellen Version Glauben schenkt oder mehr oder weniger obskuren Verschwörungstheorien anhängt – es gibt eine Zeit vor dem 11. September und eine Zeit danach. Der Angriff auf die Twin Towers markiert eine Zäsur in unserer Gesellschaft, mit Auswirkungen, die bis heute spürbar sind – der Irak-Krieg, die Entstehung des IS und die Debatte um Vorratsdatenspeicherung sind nur einige aktuelle Beispiele. </p>
<div class="responsive-video">
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</div>
<p><span style="clear:both"></span></p>
<p>Für mich ist das Jahr 2001 allerdings mit einer weiteren, viel subjektiveren Zäsur verbunden: Das Release von <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0120737/" title="Herr der Ringe auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Herr der Ringe</a></span>. Am 19. Dezember 2001 kam der erste Teil von Peter Jacksons Meisterwerk in die deutschen Kinos und danach war für mich cineastisch nichts mehr wie vorher. Mit <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0120737/" title="The Fellowship of the Ring auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Fellowship of the Ring</a></span> setzte Peter Jackson neue Maßstäbe. Ich habe den Film sechs Mal im Kino gesehen. Erst mit meinen Eltern, dann mit meinen Freunden, dann mit anderen Freunden und als keiner mehr mitgehen wollte noch zwei weitere Male alleine bevor der letzte Teil erschien und man sich alle nacheinander noch einmal ansehen konnte. Im ersten Teil von <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0120737/" title="Herr der Ringe auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Herr der Ringe</a></span> wurde für mich deutlich, was Kino alles kann – und er hat sicherlich meine Entscheidung, Medienwissenschaft zu studieren stark beeinflusst (viel stärker jedenfalls als <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0110357/" title="König der Löwen auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">König der Löwen</a></span>, den wir bei der Hälfte abbrechen mussten, weil mein Bruder und ich zu viel Angst vor den Hyänen hatten – aber das nur am Rande). Für mich gibt es Kino vor <span class="movie-title">Herr der Ringe</span> und Kino danach. </p>
<div id="attachment_699" style="width: 880px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/06/mad-max-02-neu.jpg" alt="Die archaische Welt von Mad Max: Mit viel Liebe zum Detail gestaltet (Copyright: Warner Bros.)" width="870" height="579" class="size-full wp-image-699" /><p class="wp-caption-text">Die archaische Welt von <a href="http://www.imdb.com/title/tt1392190/?ref_=nv_sr_1" title="Mad Max auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Mad Max</a>: Mit viel Liebe zum Detail gestaltet (Copyright: Warner Bros.)</p></div>
<h2>Mad Max überrollt alles was vorher war</h2>
<p>Kurz gesagt: <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1392190/?ref_=nv_sr_1" title="Mad Max auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Mad Max Fury Road</a></span> ist der erste Film seit 2001, der einen ähnlichen Effekt haben könnte. Nicht auf mich – meine Leidenschaft für das Kino weiter anfachen zu wollen ist ungefähr so sinnvoll, wie einen zusätzlichen Eimer Wasser in den Atlantik zu kippen – aber auf alle, die ihre ersten Kinoerfahrungen mit diesem Film machen. Natürlich ist das alles sehr subjektiv, und es gab in der Zwischenzeit durchaus viele großartige Filme (<span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0947798/?ref_=fn_al_tt_1" title="Black Swan auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Black Swan</a></span>, <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0477348/?ref_=nv_sr_1" title="No Country for Old Men auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">No Country for Old Men</a></span>, <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt2278388/" title="Grand Budapest Hotel auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Grand Budapest Hotel</a></span> – um nur ein paar Beispiele zu nennen) aber <em>pardon my french</em>: Drauf geschissen. Denn <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1392190/?ref_=nv_sr_1" title="Mad Max auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Mad Max</a></span> ist nicht einfach nur ein guter Film, sondern ein Film, der die Möglichkeiten des modernen Kinos einfach bis zum Anschlag ausreizt. Oder, wie es die Süddeutsche nicht ganz unzutreffend schreibt: <em>„Dieser Höllenkonvoi, einmal in Bewegung gesetzt, würde auch die alten &#8222;Mad Max&#8220;-Filme, einst das Maximum an filmischer Motorleistung, einfach unter den Rädern zermalmen.“</em></p>
<p>Der Inhalt von <span class="movie-title">Mad Max</span> passt dabei auf einen Bierdeckel: Max (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0362766/?ref_=tt_cl_t1" title="Tom Hardy auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Tom Hardy</a>) gerät in die Gefangenschaft eines wilden Kriegerstammes, dessen durchgedrehter Warlord Immortan Joe (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0117412/?ref_=tt_cl_t4" title="Hugh Keays-Byrne auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Hugh Keays-Byrne</a>) über Zugang zu der wichtigsten Ressource der post-apokalyptischen Welt verfügt: Wasser. Als die Imperatorin Furiosa (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000234/?ref_=tt_cl_t2" title="Charlize Theron auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Charlize Theron</a>) einen Fluchtversuch unternimmt, kann auch Max seine Fesseln abwerfen und während der wilden Verfolgungsjagd durch die scheinbar endlose Wüste verbinden sich die Schicksale der beiden Hauptcharaktere. Sieht man von Max‘ Wahnvorstellungen einmal ab (die ohnehin keine hohe praktische Relevanz besitzen), war das eigentlich der Inhalt und der Film kann losgehen. </p>
<div id="attachment_700" style="width: 880px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/06/mad-max-03-neu.jpg" alt="Die Schicksalsgemeinschaft von Mad Max (Copyright: Warner Bros.)" width="870" height="579" class="size-full wp-image-700" /><p class="wp-caption-text">Die Schicksalsgemeinschaft von Mad Max (Copyright: Warner Bros.)</p></div>
<h2>Keine Atempause</h2>
<p>Und wie der Film losgeht: Max’ wird kurz und schmerzlos gefangen genommen, bevor man ihn überhaupt richtig erkannt hat und unternimmt einen Fluchtversuch durch die unterirdischen Höhlengänge von Immortan Joes Zitadelle, der Indiana Jones blass aussehen lässt, bevor auch nur der Vorspann beginnt. Doch während bei Indiana Jones zwar ebenfalls Stoff für einen eigenen Film schon in den ersten Minuten verballert wurde, baute <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000229/?ref_=fn_al_nm_1" title="Steven Spielberg auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Steven Spielberg</a> danach seinen Film recht klassisch mit in die Handlung eingewobenen Action-Sequenzen auf. <a href="http://www.imdb.com/title/tt1392190/?ref_=nv_sr_1" title="George Miller auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">George Miller</a> hingegen dreht den Spieß einfach herum: Handlungs-Sequenzen werden in die Action eingewoben wo gerade ein wenig Platz dafür ist. Damit ist die Pre-Credit-Sequenz ein Sinnbild für den gesamten Film: Ohne Pause hetzt Max durch eine wahnsinnig gewordene Welt, seinen Verfolgern immer nur eine Nasenlänge voraus und trotz schier übermenschlicher Kräfte permanent am Rande des Zusammenbruchs. </p>
<p>Während des aberwitzigen Höllenritts gibt es gönnt <a href="http://www.imdb.com/title/tt1392190/?ref_=nv_sr_1" title="George Miller auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">George Miller</a> weder Max noch dem Zuschauer Verschnaufpausen, immer schneller, immer brutaler wird Max durch die Wüste gehetzt und selbst aus der sicheren Entfernung der Kinosessel hat man das Gefühl, dem Erschöpfungstod immer nä<a href="http://www.imdb.com/title/tt1798709/?ref_=nv_sr_3" title="Her auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">her</a> zu kommen. Unterbrochen wird die Handlung allenfalls durch lange Blenden, die ganz im Stil der 80er den Übergang eines Sinnabschnitts zum nächsten markieren, bevor wie Bluthunde die Verfolger wieder am Horizont erscheinen und der Treck sich wieder aufraffen muss, um die Nasenlänge Vorsprung zu bewahren. </p>
<div id="attachment_698" style="width: 880px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/06/mad-max-01-neu.jpg" alt="Gefangen im Wahnsinn (Copyright: Warner Bros.)" width="870" height="579" class="size-full wp-image-698" /><p class="wp-caption-text">Gefangen im Wahnsinn (Copyright: Warner Bros.)</p></div>
<h2>Alles echt</h2>
<p>So hat <span class="movie-title">Mad Max</span> vom Aufbau <a href="http://www.imdb.com/title/tt1798709/?ref_=nv_sr_3" title="Her auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">her</a> mehr mit <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0903624/?ref_=nv_sr_3" title="The Hobbit auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Hobbit</a></span> gemeinsam, bei dem die Gruppe um Bilbo Beutlin ebenfalls immer nur eine Nasenlänge Vorsprung zu den zahlreichen Verfolgern hat, als mit <span class="movie-title">Herr der Ringe</span>, der seine Kraft nicht zuletzt durch die ruhigen Szenen schöpft. Dankenswerterweise wiederholt George Miller dabei allerdings nicht den Fehler von Peter Jackson, massiv auf Special Effects zu setzen. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen ist der Film größtenteils „echt“, das heißt durch praktische Effekte entstanden. Der Unterschied ist spürbar. Trotz der abstrusen Handlung wirkt der Film realistisch und das Abgehackte und Archaische der Mad Max-Dystopie tritt besser zutage als es mit flüssigen Animationen möglich gewesen wäre. Tatsächlich unterstreicht Miller die Schroffheit seiner Welt noch einmal zusätzlich, indem er einzelne Szenen bewusst zu schnell abspielt, wodurch die Bewegungen der Darsteller ruckartig wirken – eigentlich ein klassisches Mittel des Slapstick, aber mit dem Effekt, dass der Film sich stärker an die Comic-Vorlage von Designer <a href="http://www.imdb.com/name/nm0565068/" title="Brendan McCarthy auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Brendan McCarthy</a> annähert ohne dabei gestellt zu wirken. Dass man die ungeheure Geschwindigkeit von <span class="movie-title">Mad Max</span> dabei überhaupt noch aushält, liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Schnitte zwischen den einzelnen Einstellungen in Grenzen halten, so dass der Zuschauer trotz tausend parallel ablaufender Einzelaktionen nie den Überblick verliert. </p>
<h2>Mit voller Wucht getroffen</h2>
<p>Natürlich gibt es auch einiges zu kritisieren. Natürlich ist die Story mit dem Adjektiv „dünn“ fast noch überbewertet. Natürlich gibt es selbst in der FSK-16-Version jede Menge Gewalt und Brutalität, die vielleicht nicht immer notwendig gewesen wäre. Natürlich ist das Frauenbild trotz einer Vielzahl handlungstragender weiblicher Darsteller nun einmal auf Actionfilmniveau (<a href="http://time.com/3850323/mad-max-fury-road-eve-ensler-feminist/" target="_blank">auch wenn das nicht alle so sehen</a>). Doch das alles ist nicht überraschend. Überraschend ist hingegen die Wucht, die der Film entfaltet. Wie die martialischen Kampfgefährte der Wüstenclans überrollt der Film seine Zuschauer einfach mit Eindrücken, so dass man am Ende einfach stumm im Kinosessel sitzt und sich fragt, wovon man denn da gerade getroffen wurde. </p>
<div id="attachment_701" style="width: 880px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/06/mad-max-04-neu.jpg" alt="Ist das jetzt Feminismus? (Copyright: Warner Bros.)" width="870" height="579" class="size-full wp-image-701" /><p class="wp-caption-text">Ist das jetzt Feminismus? (Copyright: Warner Bros.)</p></div>
<table class="rating">
<tbody>
<tr>
<td>
<h2>Was die Leute sagen</h2>
<p><strong>Jonas-Rating (zählt natürlich doppelt)</strong><br />
8,1 von 10 Punkten</p>
<p><strong>IMDB.com</strong><br />
8,6 von 10 Punkten</p>
<p><strong>Rotten Tomatoes</strong><br />
98% Tomatometer, 90% Audience</p>
<p><strong>Metacritic</strong><br />
Metascore: 89<br />
User Score: 8.8</td>
<td class="note">
<div id="result-good">Gesamtnote<br />
<span style="font-size: 300%; line-height: .8;">8,61</span></div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ex Machina: Der Geist will aus der Maschine</title>
		<link>http://ujora.de/ex-machina-der-geist-will-aus-der-maschine/2015/05/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2015 22:57:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jonas Rau]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der großartigen Eigenschaften des Kinos ist, dass es eine Art gesellschaftlichen Spiegel darstellt. Der zweite Weltkrieg wurde von Filmen wie <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0034583/?ref_=nv_sr_1" title="Casablanca auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Casablanca</a></span> und <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0032553/?ref_=nv_sr_1" title="The Great Dictator auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Great Dictator</a></span> begleitet, im Kalten Krieg waren es Stanley Kubricks <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0057012/?ref_=nv_sr_1" title="Dr. Strangelove auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Dr. Strangelove</a></span> und die simple Gut-Böse-Einteilung aus James Bond. Überhaupt sind Kriege ein beliebtes Sujet von Filmemachern – der Vietnam-Krieg wird mit <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0078788/?ref_=nv_sr_1" title="Apocalypse Now auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Apocalypse Now</a></span> und <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0093058/?ref_=nv_sr_1" title="Full Metal Jacket auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Full Metal Jacket</a></span> visuell aufbereitet und auch wenn Clint Eastwood für <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt2179136/?ref_=nv_sr_1" title="American Sniper auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">American Sniper</a></span> keinen Oscar mit nach Hause nehmen durfte, war seine filmische Aufarbeitung des zweiten Irak-Kriegs der erfolgreichste Film an den amerikanischen Kinokassen. </p>
<p><strong>Achtung: Dieser Artikel kann kleinere Spoiler enthalten. Und sagt nachher nicht, wir hätten nix gesagt!</strong></p>
<div id="attachment_652" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/05/Ex-Machina-Gallery-04-870x396.jpg" alt="Selbsterkenntnis steht im Zentrum von Ex Machina (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-652" /><p class="wp-caption-text">Selbsterkenntnis steht im Zentrum von <a href="http://www.imdb.com/title/tt0470752/?ref_=nv_sr_1" title="Ex Machina auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Ex Machina</a> (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<h2>Eine unvollständige Geschichte der Computerintelligenz im Kino</h2>
<p>Seit dem Aufkommen von Computern hat sich zu den klassischen Kriegsfilmen, in denen Menschen gegen Menschen kämpfen, ein weiteres Genre gebildet: Filme, in denen Menschen gegen mehr oder weniger intelligente Maschinen kämpfen. Von (und damit wären wir schon beim dritten Kubrick-Film) <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0062622/?ref_=nv_sr_1" title="2001: A Space Odyssey auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">2001: A Space Odyssey</a></span> über <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0088247/?ref_=nv_sr_2" title="Terminator auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Terminator</a></span> bis hin zu <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0133093/?ref_=nv_sr_1" title="Matrix auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">The Matrix</a></span> oder <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0343818/?ref_=nv_sr_1" title="I, Robot auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">I, Robot</a></span> – um nur ein paar Filme aus einer langen Liste zu nennen. Anfangs fokussierte sich die Betrachtung recht einseitig auf das Zusammenleben von Mensch und Maschine, soll heißen: Wie kann eine Maschine dem Menschen gefährlich werden? In Space Odysee reißt HAL die Kontrolle über ein Raumschiff an sich, in Matrix führen Menschen und Maschinen gleich richtig Krieg und in <a href="http://www.imdb.com/title/tt0343818/?ref_=nv_sr_1" title="I, Robot auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">I, Robot</a> ist <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000226/?ref_=nv_sr_1" title="Will Smith auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Will Smith</a> wundersamerweise der einzige, der die Gefahr Künstlicher Intelligenz richtig einschätzt, bevor er anfängt, sie mit allem was gerade zur Verfügung steht niederzumetzeln. Lediglich in Terminator, dem eigentlich simpelsten Film aus der Liste, gibt es zusätzlich noch die Komponente der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. </p>
<div class="responsive-video">
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</div>
<p><span style="clear:both"></span></p>
<h2>Ein neues Subgenre</h2>
<p>In den letzten Jahren hat sich der Blickwinkel auf die Interaktion zwischen Menschen und Robotern noch einmal verschoben. Unter dem Schlagwort Künstliche Intelligenz rückt die Frage nach dem Bewusstsein von Maschinen in den Mittelpunkt. Zum Anfang des neuen Jahrtausends ließ <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000229/?ref_=fn_al_nm_1" title="Steven Spielberg auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Steven Spielberg</a> eine Künstliche Intelligenz gleich die Hauptrolle in seinem Film <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0212720/" title="Artificial Intelligence: AI auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Artificial Intelligence: AI</a></span> übernehmen. Vor zwei Jahren flirtete in Spike Jonzes <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1798709/?ref_=nv_sr_3" title="Her auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Her</a></span> <a href="http://www.imdb.com/title/tt1798709/?ref_=nv_sr_3" title="Joaquin Phoenix auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Joaquin Phoenix</a> mit einem intelligenten Betriebssystem, das als das erste mit einem eigenen Bewusstsein beworben wurde. Letztes Jahr speiste <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000136/?ref_=nv_sr_1" title="Johnny Depp auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Johnny Depp</a> in <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt2209764/?ref_=nm_flmg_act_9" title="Transcendence auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Transcendence</a></span> um dem eigenen Tod zu entgehen gleich sein komplettes Gedächtnis in eine Künstliche Intelligenz ein – viel enger ist Mensch-Maschine-Kopplung gar nicht denkbar. Vor diesem Hintergrund erscheint <span class="movie-title"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0470752/?ref_=nv_sr_1" title="Ex Machina auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Ex Machina</a></span> fast ein bisschen rückwärtsgewandt – schließlich treffen hier einfach nur „ganz klassisch“ Mensch und Maschine (KI) aufeinander, um miteinander zu reden. Klingt langweilig, ist es aber ganz und gar nicht. </p>
<div id="attachment_654" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/05/Ex-Machina-Gallery-17-870x396.jpg" alt="Das erste Aufeinandertreffen (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-654" /><p class="wp-caption-text">Das erste Aufeinandertreffen (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<h2>Kann das denken?</h2>
<p>Mensch ist in diesem Fall Caleb (<a href="http://www.imdb.com/name/nm1727304/?ref_=fn_al_nm_1" title="Domhnall Gleeson auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Domhnall Gleeson</a>), ein Programmierer, der in einer unverhohlen an Google angelehnten Firma den Hauptpreis einer Mitarbeiterlotterie gewinnt: Einen Besuch in der abgeschiedenen Luxus-Villa des Firmengründers und Programmier-Genies Nathan (<a href="http://www.imdb.com/name/nm1209966/?ref_=tt_cl_t1" title="Oscar Isaac auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Oscar Isaac</a>). Vermutlich muss man Programmierer sein, wenn man sich darüber freut, bei seinem Chef eine Woche Urlaub machen zu dürfen. Nach Anreise im Privathubschrauber bittet Nathan seinen Besuch um die Unterzeichnung eines umfassenden Non-Disclosure-Agreements, bevor er ihm den Zweck seines Aufenthalts eröffnet. Heim-Helikopter, Luxus-Villa und Vertragswerk erinnern zwar ein bisschen an die gähnend langweilige Fifty Shades of Grey-Verfilmung, aber glücklicherweise wartet in Nathans Spielzimmer kein SM-Paradies, sondern die Künstliche Intelligenz Ava (<a href="http://www.imdb.com/name/nm2539953/?ref_=nv_sr_1" title="Alicia Vikander auf imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Alicia Vikander</a>). Sie soll von Caleb auf Herz und Nieren getestet werden, eröffnet ihm sein Gastgeber, oder genauer: Daraufhin überprüft werden, ob sie ein Bewusstsein hat. </p>
<div id="attachment_651" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/05/Ex-Machina-Gallery-03-870x396.jpg" alt="Was geht in diesem Kopf vor? (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-651" /><p class="wp-caption-text">Was geht in diesem Kopf vor? (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<h2>… oder kann das weg?</h2>
<p>Als Prüfmodus hat sich Nathan dabei einen Turing-Test 2.0 überlegt: Während normalerweise die Probanden des Turing-Tests voreinander verborgen bleiben und der Test als bestanden gilt, wenn es dem menschlichen Teilnehmer nicht auffällt, dass er gerade mit einer Maschine spricht (oder schreibt), weiß Caleb ja bereits, dass Ava eine Maschine ist. So erhält er von seinem Chef den Auftrag, im Wissen darum, dass er mit einem Roboter spricht der Frage nach Bewusstsein nachzugehen. Während der Sitzungen zwischen Caleb und Ava wird dabei schnell klar, dass die KI den Standard-Turing-Test problemlos bestehen würde. Für den jungen Programmierer ist Ava ein mehr als ebenbürtiger Gesprächspartner und nach und nach schleichen sich Zweifel ein, wer denn da gerade wen testet. Unabhängig davon entwickeln die beiden Gefühle füreinander und Ava vertraut ihrem neuen Freund an: Sie will aus der Villa-Schägstrich-Forschungseinrichtung fliehen – und Caleb soll ihr dabei helfen. </p>
<p>Der junge Programmierer ist hin- und hergerissen. Nicht so sehr aus Loyalität zu seinem im Laufe des Films als immer manischer agierenden Chef, sondern weil er nicht einschätzen kann, ob Avas Gefühle für ihn echt sind – oder ob sie programmiert wurde, ihn zu lieben. Sein Forschungsauftrag, nämlich herauszufinden, ob Ava echtes Bewusstsein besitzt, gewinnt für ihn so eine persönliche Dimension. Und wenn Ava tatsächlich ein Bewusstsein besitzt, manipuliert sie ihn vielleicht nur, damit sie nicht am Ende des Experiments von Nathan nicht abgeschaltet wird?</p>
<div id="attachment_653" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/05/Ex-Machina-Gallery-06-870x396.jpg" alt="Die Luxus-Villa entpuppt sich als High-Security-Forschungseinrichtung (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-653" /><p class="wp-caption-text">Die Luxus-Villa entpuppt sich als High-Security-Forschungseinrichtung (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<h2>Maschine im Mimikry-Modus</h2>
<p>„Was ist eigentlich Bewusstsein?“ wird zur beherrschenden Frage des Films, die durch unterschiedliche Allegorien immer wieder aufbereitet wird. Ava spricht wie ein Mensch, agiert wie ein Mensch, sie sieht sogar aus wie ein Mensch – aber denkt sie auch wie einer? Und was bedeutet das eigentlich, wie ein Mensch zu denken? Ist das für eine Maschine überhaupt das Ziel – oder zeichnet sich eine KI vielleicht gerade dadurch aus, dass sie eben nicht denkt wie ein Mensch? </p>
<h2>Begrenzt geistreiches Debüt</h2>
<p>Mit <span class="movie-title">Ex Machina</span> legt Alex Garland ein recht beeindruckendes Debüt als Filmregisseur ab, nicht zuletzt, weil das Budget mit 11 Mio. Dollar eher überschaubar war. Mit einem Spielort irgendwo in den Bergen ist der Film ein klassisches Geschlossener-Raum-Stück, der Zuschauer kann sich ganz auf die handelnden Akteure konzentrieren, die ihre Sache allesamt gut machen. An manchen Stellen ist der Film ein bisschen zu vorhersehbar für echte Suspense-Momente, gleicht das aber mit gelegentlichen Überraschungen, vor allem aber durch die übergeordnete Fragestellung wieder aus. </p>
<p>Dennoch handelt es sich letztlich um Recycling alter Ideen, lediglich die Fokussierung auf Ava als humanoider Gegenpart eines echten Menschen mit Motiven, die bis zum Schluss offen bleiben, setzt einen eigenen Akzent. Aber besser gut abgekupfert als schlecht neu gemacht: Auch wenn <span class="movie-title">Ex Machina</span> nicht gerade filmische Maßstäbe setzt, ist der Film technisch und strukturell sehr solide. Gelegentliche Verweise, zum Beispiel auf Wittgenstein, der sich mit Bewusstsein beschäftigt hat oder auf Sergey Brin, einen der Google-Gründer, für den Nathan den Mr. Hyde gibt, kommen leider eher platt daher und stören so den Fluss. </p>
<div id="attachment_650" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/05/Ex-Machina-Gallery-02-870x396.jpg" alt="Der Schlüssel zu einer neuen Stufe der Evolution? (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-650" /><p class="wp-caption-text">Der Schlüssel zu einer neuen Stufe der Evolution? (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<h2>Mensch vs. Maschine 2.0</h2>
<p>Der Bezug zu Google an sich allerdings ist kein Wunder. Wir leben mittlerweile in einer Welt – auch wenn der Vergleich etwas angestaubt ist – in der das Smartphone in der Hosentasche mehr Rechenpower zu bieten hat als die Computer, die einen Menschen auf den Mond gebracht haben. Für nicht einmal 10 Dollar kann man Computer im Chipkartenformat erwerben. Diese Leistungssteigerung bei gleichzeitigem Preisverfall, bekannt geworden als Moore’s Law, lässt die Entwicklung einer „echten“ Künstlichen Intelligenz in greifbarer Nähe erscheinen. Im Rahmen eines Films wird diese Entwicklung notwendigerweise vereinfacht dargestellt. Aber wenn man das Kino als Spiegel der Gesellschaft begreift, zeigt sich allein in der beeindruckenden Zahl der Filme, die sich mit dem Thema befassen, wie sehr das Thema Menschen beschäftigt. </p>
<p><span class="movie-title">Ex Machina</span> verlagert den Kampf zwischen Mensch und Maschine auf ein geistiges Niveau. Auch wenn das kein komplett neuer Ansatz ist, bietet der Film mit der Frage „Was gibt es eigentlich, das einen intelligenten Menschen von einer intelligenten Maschine unterscheidet?“ einen Beitrag zur Diskussion.</p>
<table class="rating">
<tbody>
<tr>
<td>
<h2>Was die Leute sagen</h2>
<p><strong>Jonas-Rating (zählt natürlich doppelt)</strong><br />
7,8 von 10 Punkten</p>
<p><strong>IMDB.com</strong><br />
8,1 von 10 Punkten</p>
<p><strong>Rotten Tomatoes</strong><br />
91% Tomatometer, 89% Audience</p>
<p><strong>Metacritic</strong><br />
Metascore: 78<br />
User Score: 8.2</td>
<td class="note">
<div id="result-good">Gesamtnote<br />
<span style="font-size: 300%; line-height: .8;">8,07</span></div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lucy: From Evolution to Revolution</title>
		<link>http://ujora.de/lucy-from-evolution-to-revolution/2015/03/</link>
		<comments>http://ujora.de/lucy-from-evolution-to-revolution/2015/03/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2015 22:35:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Janin Tscheschel]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Google Glass]]></category>
		<category><![CDATA[Luc Besson]]></category>
		<category><![CDATA[Lucy]]></category>
		<category><![CDATA[Renaissance]]></category>
		<category><![CDATA[Scarlett Johannson]]></category>
		<category><![CDATA[Sci-Fi]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zukunft ist jung, blond, schön und heißt Lucy. Zumindest wenn es nach Science-Fiction-Regisseur Luc Besson geht. In seinem aktuellen Streifen stellt er alle bisher gültigen naturwissenschaftlichen Gesetze auf den Kopf und legt den&#46;&#46;&#46;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zukunft ist jung, blond, schön und heißt Lucy. Zumindest wenn es nach Science-Fiction-Regisseur Luc Besson geht. In seinem aktuellen Streifen stellt er alle bisher gültigen naturwissenschaftlichen Gesetze auf den Kopf und legt den ideellen Grundstein für eine Revolution der menschlich-digitalen Vernetzung.</p>
<p><strong>Achtung: Dieser Artikel enthält Spoiler. Jede Menge. Und sagt nachher nicht, wir hätten nix gesagt!</strong></p>
<div id="attachment_523" style="width: 685px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/lucy-05-675x450.jpg" alt="Ein ungleiches Paar (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-523" /><p class="wp-caption-text">Ein ungleiches Paar (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<p>Eine junge Studentin bekommt ein Paket Drogen in ihren Bauch implantiert, welches in ihrem Körper aufreißt, eine Substanz freisetzt, die 100% ihrer zerebralen Fähigkeiten aktiviert und sie auf diese Weise in einen allwissenden menschlichen Supercomputer verwandelt. Das ist die Geschichte von Luc Bessons Science-Fiction Thriller <span class="movie-title">Lucy</span>. Neben 90-minütiger Unterhaltung wirft der Film auch ernsthafte Fragen über digital vernetztes Denken und die Akzeptanz einer möglichen neuen Weltsicht auf. Besson bereitet den Rezipienten auf ein neues digitales Zeitalter durch den computerisierten Menschen  vor und stellt dabei bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage. <span class="movie-title">Lucy</span> zeigt in diesem Sinne eine zweite Renaissance &#8211; eine Wiedergeburt der Menschheit. Die Koexistenz von Mensch und Maschine sowie ihre Verschmelzung miteinander stehen im Mittelpunkt der digitalen Revolution, die die bisherige darwinistische Evolutionstheorie abzulösen scheint. From evolution to revolution: wenn die Menschheit vor den Trümmern ihrer bisherigen Erkenntnisse steht.</p>
<div class="responsive-video">
<iframe width="1600" height="900" src="//www.youtube.com/embed/6Vu081NOorA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
</div>
<p><span style="clear:both"></span></p>
<h2>Ein menschlicher Supercomputer</h2>
<p>Die Protagonistin des Films, Lucy, verkörpert von Scarlett Johansson, lebt als amerikanische Studentin ein sorgloses Leben in Taiwan. Eines Tages zwingt sie ihr Freund Richard dazu, einen Koffer mit ihr unbekanntem Inhalt an den Geschäftsmann Mr. Jang auszuliefern. Der Kriminelle Jang lässt sie entführen und benutzt sie als lebendes Transportmittel, indem er ihr die Drogen, die sich in dem mysteriösen Koffer befanden, unter die Bauchdecke implantieren lässt. Als Lucy versucht, vor ihren Entführern zu fliehen, reißt das Packet während eines Kampfes mit ihren Kidnappern in ihrem Bauch auf, sodass die chemisch produzierte Substanz in Lucys Blutbahn gerät. Die Droge, künstlich hergestelltes C.P.H.4 (ein Stoff der allein eine Erfindung der Filmemacher ist), ermöglicht Lucy Stück für Stück Zugang zu ihren gesamten zerebralen Fähigkeiten zu erhalten, von denen ein normaler Mensch laut Film nur 10% nutzen kann. Lucy entwickelt sich auf diesem Wege zu einem menschlichen Computer, der alles um sich herum aufnimmt und verarbeitet. Sie verfügt über ein unschätzbar großes Wissen so wie über physische Superkräfte und besitzt die Fähigkeit, die Welt durch Telekinese und Telepathie zu steuern. </p>
<p>Die Protagonistin nutzt ihre Kräfte, um sich an ihren Kidnappern zu rächen. Parallel zu dieser Story, wird die Geschichte immer mal wieder auf die Vorlesung des Gastdozenten Professor Norman, gespielt von Morgan Freeman, gelenkt, der an der Sorbonne-Universität in Paris referiert. Dieser spricht über die Möglichkeit, mehr als die normal zugänglichen 10% eines menschlichen Gehirns nutzen zu können und weist auf die daraus resultierenden Konsequenzen hin. Lucy tritt mit ihm in Kontakt, als sie versucht, mehr über die Droge und ihre Wirkungsweise herauszufinden. Am Ende des Films begreift die Protagonistin schließlich, dass ihr Körper der starken Wirkung des C.P.H.4s nicht mehr gewachsen ist und sie entscheidet sich, ihr Leben der Wissenschaft zu opfern. Aus diesem Grund reist sie nach Paris und bittet Dr. Norman, ihr den Rest der Droge einzuflößen, die sie sich zuvor beschafft hat, sodass sie letztendlich ihre gesamte Hirnkapazität nutzen kann. Aufgrund der hohen Dosis, die ihr Dr. Norman verabreicht, löst Lucy sich in einzelne Teilchen auf und verwandelt sich in einen USB-Stick, der über alles Wissen verfügt.</p>
<div id="attachment_519" style="width: 685px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/lucy-01-675x450.jpg" alt="Vom Regen... (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-519" /><p class="wp-caption-text">Vom Regen&#8230; (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<h2>Luc Besson bleibt in der Box</h2>
<p>Bevor und während Lucy sich in das Speichermedium transformiert, stellt sie das bisherig gültige Konzept der Menschheit und alle geltenden physikalischen Gesetze in Frage. Ihrer Meinung nach bestehe die Einzigartigkeit des Menschen nicht. Darüber hinaus habe sich der Mensch alle naturwissenschaftlichen Maßeinheiten nur ausgedacht, um die irdischen Vorkommnisse auf für ihn verständliche Weise herunterzubrechen. <em>„All social systems we’ve put into place are a mere sketch: one plus one equals two, that’s all we’ve learned, but one plus one never equaled two &#8211; there are in fact no numbers and no letters, we’ve codified our existence to bring it down to human size, to make it comprehensible, we’ve created a scale so we can forget its unfathomable scale.”</em>, erklärt Lucy dem Professor. Doch Besson entwirft enttäuschender Weise kein explizites Alternativkonzept zum bisher bestehenden. Das Geheimnis der neuen Ära befindet sich auf dem USB-Stick gespeichert, dessen Inhalt dem Zuschauer bis über das Ende des Films hinaus verborgen bleibt. </p>
<h2>Ein neuer Urknall?</h2>
<p>Deutlich wird nur, dass mit Lucys computerähnlichen Rechenfähigkeiten und ihrer Verwandlung eine neue Wunde in der Geschichte der Menschheit aufreißt. Neben dem kopernikanischen Weltbild, der darwinistischen Evolutionstheorie und der Erkenntnis, keine Kontrolle über das eigene Unterbewusstsein zu haben, entwirft Besson nach freudschem Vorbild (die drei Kränkungen der Menschheit erklärt Sigmund Freud genauer in seinem Werk Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse) die Idee eine vierte Kränkung der Menschheit in seinem Werk, die alle bisher gültigen Gesetzmäßigkeiten in Erschütterung versetzt. Der Film strotzt dabei nur so vor Symbolen und Anspielungen, die diese Geburt einer neuen Welt versinnbildlichen. So ist die Protagonistin Lucy, benannt nach der ersten Frau, durch ihre Namensgebung geradezu dazu prädestiniert, das Ursprungswesen der neuen Spezies zu sein. Das Leitmotiv der Zellteilung als Symbol für neues Leben zieht sich darüber hinaus durch den gesamten Film. Es ist nicht nur die Droge, in Lucys Körper, die die rasante Vermehrung ihrer Zellen anregt, das Thema de r Geburt findet sich auch im Bild des spermienartigen Asteroidensturms am Ende des Films wider, an dem zahlreiche Bilder zusammenclashen und auf diese Weise einen neuen Urknall symbolisieren. </p>
<div id="attachment_520" style="width: 685px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/lucy-02-675x450.jpg" alt="Keine angenehme Gesellschaft (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-520" /><p class="wp-caption-text">&#8230; in die Traufe (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<p>Lucy reist während ihrer Verwandlung zu einem Speichermedium durch die Vergangenheit, legt Station in ausgewählten Epochen der Menschheit ein und kehrt zum Ursprung allen Lebens, der ersten Zellteilung, zurück. Die Zellen werden in Bessons Film auf der einen Seite zu Lebensspendern, gewinnen jedoch auch auf der anderen Seite Überhand über Lucys Körper durch ihre rasante Reproduktion und zerstören ihre menschliche Gestalt.<br />
Neben Darwin bleibt natürlich auch die Religion nicht verschont. In der Schlussszene symbolisiert Lucy in einem Tableau vivant angelehnt an das berühmte Fresko Michelangelos den biblischen Adam, der in diesem Fall nicht von Gott, sondern von einem Affen erschaffen wird. Die Evolutionstheorie wird auf diese Weise wie die Erschaffung des Menschen durch Gott mythisiert; zurück bleibt eine darwinistische Legende, eine gekränkte Menschheit. </p>
<h2>The Computational Turn</h2>
<p>Nicht ganz ohne Grund spielt sich darüber hinaus die actiongeladene Endszene des Films in einer Universität ab, nach Humboldtschen Ideal der Ort, an dem alles Wissen kondensiert und sich an weitere Generationen verbreitet. Auch in diesem Zusammenhang kommt das Bild der Zellteilung noch einmal ins Spiel: jede einzelne Zelle gibt ihre gesamten Informationen bei ihrer Teilung an die Tochterzelle weiter wie Lucy ihr Wissen an die Menschheit weitergibt. <em>„If you’re asking me what to do with all this knowledge you’re accumulating […] pass it on. Just like any simple cell, going through time”</em>, rät Professor Norman Lucy. Die Protagonistin nutzt dabei nicht mehr das altbewehrte Buch, um ihr Wissen weiterzugeben, sondern eine neue Hardware &#8211; ein digitales Speichermedium und leitet damit eine Ära der digitalisierten Menschheit ein.</p>
<div id="attachment_521" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/lucy-03-800x450.jpg" alt="Diese Frau sollte man nicht unterschätzen (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-521" /><p class="wp-caption-text">Diese Frau sollte man nicht unterschätzen (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<p>Der Brite David Berry hat in diesem Zusammenhang die interessante Theorie entwickelt, dass digitale Codes eine neue Art des Denkens hervorrufen und die Erlernung neuer Fähigkeiten wie beispielsweise das Lesen von Computerdatensätzen provozieren. Der Wissenschaftler macht somit auf eine Revolution der Wissensverbreitung aufmerksam wie sie beispielsweise auch durch Gutenbergs Buchdruck im 15. Jarhundert hervorgerufen wurde. So stellt Berry folgende Vermutung an: <em>„Perhaps we are beginning to see reading and writing computer code as part of the pedagogy required to create a new subject produced by the university, a computational or data-centric subject.“</em> (David Berry: <strong>The computational turn</strong>. Thinking about the digital humanities) Genau diese Vision wird durch Besson auf die Kinoleinwand gebracht. Lucy eignet sich ihr Wissen durch das rasante Lesen von Computercodes an und wird zum menschlichen Rechner.</p>
<h2>Alles geht weiter</h2>
<p>Der Evolutionsprozess ist in Bessons Film zugleich als eine Allegorie auf die Weitergabe und Ansammlung von Wissen sowie der Entwicklung dieser Wissensverbreitung anzusehen. Evolution und Wissensproduktion werden auf gleiche Weise durch Fehler oder neue Entdeckungen unterbrochen, in andere Richtungen gelenkt und vorangetrieben. <em>„All living beings, from plants and insects to higher mammals and man, have evolved through a long, complex process of trial and error.“ </em>, schreibt Stephen Greenblatt in seinem Buch <strong>The Swerve</strong> (in dem es übrigens zahlreiche interessante Parallelen zum Film <span class="movie-title">Lucy</span> gibt), <em>“The Process involves many false starts and dead ends, monsters, prodigies, mistakes creatures that were not endowed with all the features that they needed to complete for resources and to create offspring.”</em> Die blonde Heldin unseres Films macht Professor Norman auf eben diese Fehler in der Geschichte der Wissenschaften aufmerksam. Die Menschheit hat sich geirrt  &#8211; in (fast) allem. Die Produktion und Weitergabe von Wissen wird weitergehen wie die Entwicklung des Menschen.</p>
<div id="attachment_522" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/lucy-04-870x396.jpg" alt="Luc Besson legt der Menschheit mit Lucy die Pistole auf die Brust (Copyright: Universal Pictures)" width="870" class="size-large wp-image-522" /><p class="wp-caption-text">Luc Besson legt der Menschheit mit Lucy die Pistole auf die Brust (Copyright: Universal Pictures)</p></div>
<p>Die Zeit ist dabei für Lucy der einzig bestehende Parameter, der unsere Existenz als Mensch überhaupt erst ermöglicht. Sie definiert die Dauer einer bestimmten Konstellation von Atomen, die beispielsweise unseren Körper formen. Sie ermöglicht es uns, auf eine Vergangenheit zurückzublicken und neue Wissensbausteine zu älteren hinzuzufügen. Lucy kann aufgrund der Existenz der Zeit durch ihre verschiedenen Epochen und damit durch die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Menschen hindurchreisen. Sie begibt sich während ihrer Zeitreise zum New Yorker Times Square (ja, die Wahl des Ortes ist auch hier nicht ganz ohne Bedeutung) und lässt dort die Jahrhunderte in einem Zeitraffer an sich vorbeiziehen. Dabei wird deutlich, dass die Wissenschaft die treibende Kraft für die Entwicklung der Menschheit ist. Sie ist der Motor für den Fortschritt in der Zeit.</p>
<h2>Bereit für die zweite Renaissance?</h2>
<p>Lucy opfert sich zwar für die Wissenschaft auf, erklärt sich jedoch selbst im gleichen Zug für unsterblich. Wir sterben niemals wirklich. Mit unserem Ableben formieren sich lediglich unsere Atome neu. Diese Idee hatte bereits der römische Philosoph Lucretius (etwa 99 &#8211; 53 v. Chr.), der eine religiöse Deutung des Todes ablehnt. In seinen Augen berührt der Tod uns in keinster Weise, denn wenn wir tot seien, verspürten wir weder Schmerz, noch ein Verlangen, noch Angst. Mit dieser Aussage orientiert sich Lucretius an dem bekannten griechischen Philosoph Epikur (der immer wieder gerne in zeitgenössischen Filmen zitiert wird, ein Beispiel wäre Lars von Triers Nymphomaniac), der die beruhigenden Worte sprach: <em>„Das schauerlichste Übel, der Tod, geht uns nichts an, denn solange wir leben, ist der Tod nicht da, wenn er aber da ist, sind wir nicht mehr.“</em><br />
Luc Besson präsentiert uns mit Lucy also einen Paradigmenwechsel &#8211; einen Aufbruch in ein Zeitalter der vollständigen Digitalisierung. Das Alternativkonzept der digitalen Ära liegt jedoch wie die fünfte Dimension in Interstellar (wobei hier noch ein Versuch einer Darstellung vorgenommen wird) hinter dem Vorstellungshorizont der Zuschauer und vielleicht auch hinter dem der Filmemacher selbst.</p>
<div id="attachment_518" style="width: 730px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2015/03/Creación_de_Adám-870x405.jpg" alt="Schlüsselszene: Creación de Adám (Michelangelo Buonarroti)" width="870" class="size-large wp-image-518" /><p class="wp-caption-text">Schlüsselszene: Creación de Adám (Michelangelo Buonarroti)</p></div>
<p>Der Film zeigt uns, dass die Menschheit für einen solch radikalen Wandel &#8211; für ihre eigene Wiedergeburt &#8211; noch nicht bereit ist. So reagieren alle Figuren in Lucys Umgebung mit Überforderung auf die Fähigkeiten der schönen Blonden.</p>
<h2>Wo kommen wir da denn hin?</h2>
<p>Selbst Professor Norman revidiert seine Aussage, es sei die Aufgabe der Menschen über den Horizont der bestehenden Wissenschaften hinauszublicken, am Ende des Films. Von der darwinistischen Evolution zu einer wissenschaftlichen Revolution durch eine neue Weltsicht: Norman sieht darin die Bedrohung der geordneten Verhältnisse, seiner eigenen wissenschaftlichen Disziplin und die Gefahr eines Chaos‘, welches alle Systeme und Strukturen auf der Welt zum Einsturz bringen würde. Und schwupp, befinden wir uns wieder im Mittelalter, in dem Menschen nicht aus Atomen bestanden und das Leben nicht mit dem Tod endete &#8211; zumindest nicht auf offener Straße laut ausgesprochen. Der Professor selbst ist überfordert von der Vorstellung, als Mensch nicht Maßstab aller Dinge zu sein und tritt der neuen Kränkung der Menschheit durch Lucys Verwandlung in einen allwissenden Computer mit Respekt gegenüber. Steven Shapin charakterisiert diese Haltung der Wissenschaft treffend in seinem Werk Never Pure, in dem es heißt:<em> „Instead of reckoning rightly or seeing what is authentically there to be seen, passion- and interest-influenced human beings tend to think and see not what is but what they wish to be the case.“ </em>Mit voller Bremskraft Richtung Entwicklung der Menschheit!</p>
<p>Sicherlich ist es auch eine Aufgabe von Science Fiction, uns auf eine derartig vorstellbare Zukunft vorzubereiten. Auch das Science-Fiction-Universum von Star Trek zeigt eine solche Ausrichtung und scheint unserer Zivilisation immer einen Schritt voraus zu sein, was zum Beispiel Toleranz und Emanzipation betrifft.</p>
<p>In <span class="movie-title">Lucy</span> verschwindet der Mensch vollständig hinter der Maschine. Und einige Fragen bleiben dabei offen: wie weit können wir gehen? Wo liegen im Zeitalter von Google-Brillen und Computerchipimplantaten (der Roman Black out von Andreas Eschbach befasst sich übrigens mit diesem Thema) die Grenzen der digitalen Vernetzung? Wie können wir uns vor unserer eigenen Zugrunderichtung als selbstständig denkende Individuen schützen?</p>
<table class="rating">
<tbody>
<tr>
<td>
<h2>Was die Leute sagen</h2>
<p><strong>Janin-Rating (zählt natürlich doppelt)</strong><br />
7,0 von 10 Punkten</p>
<p><strong>IMDB.com</strong><br />
6,4 von 10 Punkten</p>
<p><strong>Rotten Tomatoes</strong><br />
66% Tomatometer, 47% Audience</p>
<p><strong>Metacritic</strong><br />
Metascore: 61<br />
User Score: 5.8</td>
<td class="note">
<div id="result-medium">Gesamtnote<br />
<span style="font-size: 300%; line-height: .8;">6,50</span></div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Interstellar: Zwischen Sternen und Shitstorm</title>
		<link>http://ujora.de/interstellar-zwischen-sternen-und-shitstorm/2014/11/</link>
		<comments>http://ujora.de/interstellar-zwischen-sternen-und-shitstorm/2014/11/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 15:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Rebecca Piron]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Hathaway]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Nolan]]></category>
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		<category><![CDATA[Klötzchen-Roboter]]></category>
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		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
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		<description><![CDATA[Hunderte Meter hohe Wellen, die langsam auf die Protagonisten zurollen, Sterne die sich um ein Raumschiff krümmen, während es durch ein Wurmloch in eine andere Galaxie gleitet – Christopher Nolans neuer Geniestreich Interstellar bietet&#46;&#46;&#46;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hunderte Meter hohe Wellen, die langsam auf die Protagonisten zurollen, Sterne die sich um ein Raumschiff krümmen, während es durch ein Wurmloch in eine andere Galaxie gleitet – <strong>Christopher Nolans</strong> neuer Geniestreich <span class="movie-title">Interstellar</span> bietet dem Sci-Fi-Liebhaber ein bildgewaltiges Weltraumspektakel, das sich an Klassikern wie Kubricks <span class="movie-title">2001: Odyssee im Weltraum</span> messen will und messen muss.</p>
<div id="attachment_205" style="width: 685px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2014/11/interstellar-141114-06-675x450.jpg" alt="Interstellar: Niemand schaut so schön nachdenklich in den Weltraum wie Matthew McConaughey (Copyright: Warner Bros.)" width="870" class="size-large wp-image-205" /><p class="wp-caption-text">Interstellar: Niemand schaut so schön nachdenklich in den Weltraum wie <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000190/?ref_=tt_cl_t2" title="Matthew McConaughey on imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Matthew McConaughey</a> (Copyright: Warner Bros.)</p></div>
<p>Die Prämisse ist dabei eher abgeschmackt: Nachdem die Menschheit es nicht geschafft hat, nachhaltig mit ihrer Welt umzugehen, verödet die Erde nach und nach. Sandstürme und Mehltau machen den Boden unfruchtbar und lassen die Pflanzen sterben. „Die Letzten, die verhungern müssen, werden die Ersten sein, die ersticken.“, erklärt Übervater <strong><a href="http://www.imdb.com/name/nm0000323/?ref_=tt_cl_t14" title="Michael Caine on imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Michael Caine</a></strong> als Professor Brand. Der einzige Ausweg: Neuen Lebensraum finden! <strong>Nolans Zukunftsvision ist nicht weit hergeholt.</strong> Doch in einer Zeit, in der man sich nicht an einen Tag erinnert, an dem man nicht vor der eigenen umweltzerstörenden Lebensweise gewarnt wird, holt das niemanden mehr hinterm Ofen vor. Filme wie <span class="movie-title">The Day After Tomorrow</span> haben die Kuh schon vor Jahren gemolken.</p>
<h2>Wurmlöcher und Klötzchenroboter</h2>
<p>Nichtsdestotrotz entwickelt sich anhand dieser Ausgangssituation eine geistreiche Geschichte über den Menschen, seinen Überlebenswillen und (immer gut für die Massenwirksamkeit) die Liebe. Cooper (gespielt von <strong><a href="http://www.imdb.com/name/nm0000190/?ref_=tt_cl_t2" title="Matthew McConaughey on imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Matthew McConaughey</a></strong>) ist, wie die meisten im Süden der USA, Farmer wider Willen. Mit seinem Stiefvater, Tochter Murphy und Sohn Tom lebt er auf einer Maisfarm. Allerdings holen ihn seine Zeiten als <strong>NASA-Testpilot</strong> in seinen Träumen immer wieder ein. Praktisch, wenn sich in Töchterchens Zimmer dann plötzlich Gravitationsanomalien zeigen, die den beiden die Koordinaten des Stützpunkts der mittlerweile im Geheimen agierenden NASA verraten.</p>
<div class="responsive-video">
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</div>
<p><span style="clear:both"></span></p>
<p><strong>Cooper wird zum Piloten einer Mission, die einen neuen Planeten für die Menschheit finden soll.</strong> Aus unbekannten Gründen hat sich, gerade wo es für die Menschheit nötig wird, Galaxien zu erreichen, die in unserer Lebenszeit eigentlich nicht erreichbar sind, ein Wurmloch nahe des Saturn aufgetan (wird natürlich später im Film alles erklärt). Jahre zuvor haben sich Forscher durch das Wurmloch auf den Weg zu neuen Welten aufgemacht, sie erforscht und &#8211; sofern möglich &#8211; Meldung erstattet. Mit einem Team, zu dem auch Brands Tochter (gespielt von <strong><a href="http://www.imdb.com/name/nm0004266/?ref_=tt_cl_t10" title="Anne Hathaway on imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Anne Hathaway</a></strong>) gehört, sowie ein Tetris-ähnlicher Klötzchen-Roboter, fliegt Cooper durch das Wurmloch, um den geeigneten der drei Planeten auszumachen. Gravitationsunterschiede zwischen den Planeten lassen die Zeit unterschiedlich schnell vergehen. Nach der ersten Oberflächenmission kommen Tochter Brand und Cooper <strong>wenige Stunden später zu einem 24 Jahre gealterten Team-Mitglied zurück</strong>. Zwischen Planet eins und zwei empfängt Cooper eine Nachricht von seinem nun erwachsenen Sohn (gespielt von Casey Affleck).  </p>
<h2>„Wir cheaten, wenn wir cheaten müssen!“</h2>
<p>Aber wie kann es sein, dass das Raumschiff von der mehrdimensionalen Verknotung der Raumzeit unberührt bleibt? Wieso stoppt die extreme Gravitation des schwarzen Lochs nicht den Blutfluss seiner Insassen? Und wie überleben die Moleküle trotz der Röntgenstrahlung eines schwarzen Lochs? Der Shitstorm im Internet hat ein Ausmaß angenommen, das <a href="http://www.imdb.com/name/nm0634240/?ref_=tt_ov_dr" title="Christopher Nolan on imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Christopher Nolan</a> höchst selbst zu einer Stellungnahme nötigte. <em>„I’m very aware of the plot holes in my films and very aware of when people spot them, but they generally don’t “</em>, sagt der Regisseur im Interview mit „The Daily Beast“. <em>„I know where we cheated in the way you have to cheat in movies.“</em></p>
<div id="attachment_207" style="width: 685px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2014/11/interstellar-141114-01-675x450.jpg" alt="Beeindruckend, wie gut Anne Hathaway selbst in einem unförmigen Raumanzug aussieht (Copyright Warner Bros.)" width="870" class="size-large wp-image-207" /><p class="wp-caption-text">Beeindruckend, wie gut <a href="http://www.imdb.com/name/nm0004266/?ref_=tt_cl_t10" title="Anne Hathaway on imdb.com" rel="nofollow" target="_blank">Anne Hathaway</a> selbst in einem unförmigen Raumanzug aussieht (Copyright Warner Bros.)</p></div>
<p>Wenn sich einer der bekanntesten Regisseure der Zeit, der sich Hollywood-Blockbustern wie <span class="movie-title">Batman</span> annimmt, einem ernsthaften Science-Fiction-Film widmet, ist klar, dass <strong>die Messer der Sci-Fi-Fans gewetzt sind</strong>. Daher hat sich Nolan auch den <strong>renommierten theoretischen Physiker Kip Thorne</strong> ins Boot geholt, der ihm bei allen Fragen rund um Gravitation, Relativität und Einstein zur Seite stand. Dass Nolan alle Fragen, die sich während des Verlaufs der Geschichte und alle losen Enden aufnimmt und erklärt, geschah bestimmt auch im Hinblick auf die erwartbare Kritik. Schade, denn ein paar offene Enden wie in <span class="movie-title">2001: Odyssee im Weltraum</span> haben einem Science-Fiction noch nie geschadet!</p>
<h2>Nur die Liebe zählt</h2>
<p>Ergibt es überhaupt Sinn, eine fiktionale Zukunftsvision bis ins letzte Detail an wissenschaftlichen Maßstäben zu messen? Ganz sicher nicht! Das würde bedeuten, Filme könnten nur noch das zeigen was wir bereits verstehen und zumindest theoretisch zu tun in der Lage sind. Ein Todesurteil für das Science-Fiction-Genre!</p>
<div id="attachment_203" style="width: 685px" class="wp-caption alignnone"><img src="http://ujora.de/ujora/wp-content/uploads/2014/11/interstellar-141114-04-675x450.jpg" alt="Coopers Ziel: Zurück zur Erde, bevor es zu spät ist! (Copyright: Warner Bros.)" width="870" class="size-large wp-image-203" /><p class="wp-caption-text">Coopers Ziel: Zurück zur Erde, bevor es zu spät ist! (Copyright: Warner Bros.)</p></div>
<p>Und am Ende jeder Sci-Fi-Geschichte ist es doch nicht die futuristische Wissenschaft, die den Zuschauer ins Kino holt. Cooper will zurück zur Erde bevor die Gravitationsunterschiede dafür sorgen, dass er seine Kinder überlebt, Tochter Brand will unbedingt zu Planet zwei vordringen und Professor Brand ist nichts wichtiger als dass seine Tochter mit auf die Reise gehen kann. <strong>Jede Figur hat ihre eigenen Motive</strong> und trotz HighTech-SciFi-Dystopie-Umgebung geht es doch immer um das eine: Zwischenmenschliche Gefühle. Hier liegt der Schlüssel zu Nolans Epos: Liebe. Und auch wenn es dem nerdigen Star Trek-Jünger jetzt vielleicht etwas trivial vorkommt: Welche Geschichte kommt ohne aus?</p>
<p><strong>Die Frage, die bleibt: Klötzchen-Roboter? Ernsthaft? Wo ist da der Vorteil?</strong></p>
<table class="rating">
<tbody>
<tr>
<td>
<h2>Was die Leute sagen</h2>
<p><strong>Rebecca-Rating (zählt natürlich doppelt)</strong><br />
9,0 von 10 Punkten</p>
<p><strong>IMDB.com</strong><br />
9,0 von 10 Punkten</p>
<p><strong>Rotten Tomatoes</strong><br />
74% Tomatometer, 87% Audience</p>
<p><strong>Metacritic</strong><br />
Metascore: 74<br />
User Score: 8.5</td>
<td class="note">
<div id="result-good">Gesamtnote<br />
<span style="font-size: 300%; line-height: .8;">8,60</span></div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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